Als ich etwa sieben Jahre alt war und schon eine ganze Reihe von Puppen besaß, bekam meine Freundin Andrea ihre Puppe Heidi geschenkt.
Heidi war ein sanftes Puppenkind ganz aus Stoff, ihre Hanfhaare waren seitlich am Kopf zu Schnecken gedreht. Eine Frau aus unserer Nachbarschaft hatte Heidi genäht. Heidi strahlte solch eine Anmut und Sanftheit aus, sie stellte für mich alle anderen Puppen in den Schatten.
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So lag ich meinen Eltern ausdauernd und schließlich erfolgreich damit in den Ohren , dass auch ich noch dringend eine Heidi-Puppe bräuchte. Die freundliche Puppennäherin aus der Nachbarschaft machte sich also ans Werk und nähte mir meine Emily.
So kam ich zu meiner ersten Stoffpuppe, meiner wunderbaren, weichen Emily.
Es ist vor allem diese Wohligkeit und Wärme, die ich an Stoffpuppen so sehr schätze. Anders als Puppen aus Plastik, liegen Stoffpuppen wunderbar weich und anschmiegsam im Arm.
Allgemein vermitteln Stoffpuppen für mich ein Gefühl des Wohlbehagens, also etwas, von dem man – gerade als Kind – gar nicht genug bekommen kann.
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Darüber hinaus weiß man, woraus eine handgefertigte Puppe hergestellt ist. Liest man den jüngsten Bericht von ÖKO-TEST zum Thema Puppen, dann wird diese Tatsache von nicht zu unterschätzendem Wert. Wer mehr über die katastrophalen Testergebnisse lesen mag: Hier geht' s zum Bericht
Details zu meinen Puppenkindern
Im Folgenden findest Du einige grundsätzliche Angaben zu den von mir genähten Puppenkindern: |
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Kopf und Körper bestehen aus baumwollnen Trikotstoff (garantiert ohne AZU-Farbstoffe). Hier gibt es verschiedene Stofffarben, ich wähle am liebsten einen warmen, goldigen Ton.
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Das Gesicht ist immer aufgestickt (Augenfarben: blau, grün oder braun)
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Für die Haare verwende ich ausschließlich reine Mohairwolle. Für Kurzhaarfrisuren fertige ich Perücken an, die ich direkt am Puppenkopf festnähe. Langhaarfrisuren entstehen in zwei Schritten: Zunächst sticke ich mit dem Mohairgarn die Haare auf den Kopf, anschließend knüpfe ich, meist recht tief am Hinterkopf, geflochtene Zöpfe fest. Diese Vorgehensweise impliziert, dass meine Puppenkinder nicht zum Frisieren geeignet sind! Die Kurzhaarfrisuren können dann und wann mit den sanften Strichen einer Fellbürste wieder in Form gebracht werden. Die Zopffrisuren sollten jedoch gar nicht weiter behandelt werden.
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Gefüllt sind die Puppenkinder mit gewaschener, gekämmter Schafschurwolle. In ihrem Bauch befindet sich ein Säckchen Granulat. An dieser Stelle gewähre ich der Unverwüstlichkeit von Plastik den Vorrang vor meiner Vorliebe für natürliche Materialien: Dieses Granulat ist aus Plastik, da natürliche Materialien wie Dinkelspreu oder Kirschkerne durch Feuchtigkeit verderben könnten. Anders als Baumwolle und Wolle, die ja durchaus wieder gut trocknen können – nach einem Regenguss oder einem versehentlichen Bad – kann ich bei Dinkelstreu und Co. nicht ausschließen, dass sie vielleicht schimmeln. Daher nähe ich lieber das Granulat aus Plastik in feste Mullsäckchen ein und fülle damit den Bauch meiner Puppen und Schmuser. Durch das Granulat werden die kleinen Puppenkinder anschmiegsamer und – durch die gewisse Schwere und Flexibilität der Körnchen – auch lebendiger.
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Die Kleidung nähe ich immer aus weichen Baumwollstoffen, meist aus bunten Westfalen- oder Trachtenstoffen (gern aber auch aus Baumwollstoffen, die ich in England, Frankreich oder Skandinavien kaufe
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Meist nähe ich für meine Puppenkinder recht einfache Kleidung, die mit Klettverschlüssen versehen ist. Für kleine Kinder hat sich dieses aus verschiedenen Gründen als sinnvoll erwiesen (einfaches An- und Ausziehen, keine Verschluckgefahr von kleinen Knöpfchen, Perlen etc.).
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Alle Puppenkinder bekommen eine Mütze (meist aus Nickistoff) oder ein Kopftuch (100% Seide, pflanzengefärbt) mit. Dieses hat sich gerade auch bei ganz kleinen Puppeneltern bewährt, die sonst beim Schmusen entweder von den Mohairhaaren gepiesackt werden oder an diesen lutschen.
Noch ein Hinweis: Stoffpuppen, vor allem ihre Gesichter, werden oft im Laufe ihres Lebens nicht im objektiven Sinne schöner. Gerade die Nase, da dort der Stoff besonders gespannt ist, wird manchmal z.B. etwas grau. Interessanterweise habe ich noch kein Kind getroffen, dass sich daran störte, im Gegenteil: Meist bleiben diese Veränderung
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Mir ist bewusst, dass der Preis von rund 100,- Euro nicht eben günstig ist. Doch die vielen, vielen Stunden, die ich für eine Puppe benötige sowie die ausschließliche Verwendung hochwertiger Naturmaterialien, machen einen günstigeren Preis leider unmöglich. |
Copyright 2007– 2008 Claudia Kohnen